Karl-Heinz Machenbach lernte ich Anfang der Neunziger Jahre kennen. Er wohnte im Haus gegenüber. Er fiel mir auf, weil er stets lächelnd und offenherzig als Fußgänger, genau wie ich ohne Auto, unterwegs war. Seine Mimik und Körpersprache ermutigte mich, ihn eines Tages anzusprechen. Wir wurden Freunde. Oft war er bei mir in der Wohnung ein lieber Gast. Er war nur 2 Jahre jünger als mein Vater, aber ein vollkommen anderer Mensch. Der Unterschied zwischen beiden läßt sich auf einen einzigen Begriff konzentrieren: er war lebensbejahend und stets heiter aufgelegt. Dass er sich ganz offiziell Verdienste auf dem Gebiete der Pionierarbeit von Pfadfindergruppen nach dem 2. Weltkrieg erworben hatte, sollte ich erst später erfahren. Als ich nach sieben Jahren aufgrund des Todes meiner Mutter in die Nachbarstadt zog, war unser freundschaftliches Verhältnis leider nicht fortzuführen. Aber er besuchte mich noch einmal 1998 in Mönchengladbach, wo ich damals in einem Ladengeschäft arbeitete. Ich lud ihn in eine Pizzeria ein und wir aßen zusammen. Das war unser letzter Kontakt. Aber ich habe ihn niemals vergessen. Es war der einzige Nachbar, mit dem ich jemals freundschaftlich verbunden war. Das war und ist auch heute noch für mich etwas ganz Besonderes. Sie, lieber Kar-Heinz waren etwas ganz Besonderes. Ruhe in Frieden, lieber Freund und verzeih mir, dass ich Dich niemals bei Deinem Spitznamen genannt habe.
Deine Alexandra